8.4.2008 (ddp). Schafsmilch birgt entgegen früherer Vermutungen möglicherweise doch ein Risiko für eine Infektion mit Prionen. Britische Forscher haben jetzt nachgewiesen, daß sich Lämmer über die Milch infizierter Mutterschafe mit der Prion- Erkrankung Scrapie anstecken und die Erreger später auch ausscheiden können. Ob die Krankheit bei den jungen Schafen später tatsächlich ausbricht, können die Wissenschaftler noch nicht sagen.
Diese Entdeckung zeige jedoch, daß eine Übertragung durch Milch prinzipiell möglich ist, schreiben Timm Konold und Kollegen in BMC Veterinary Research. Eine Gefahr für den Menschen sehen die Forscher derzeit nicht. Es gebe bisher keine Hinweise darauf, daß Scrapie auf den Menschen übertragen werden kann. [mehr]
7.4.2008 (info-radio). In Spanien sind jetzt 2 Menschen an der Variante der Creutzfeldt- Jakob- Krankheit (nvCJD) gestorben. Das berichtet heute der spanische Rundfunk. Offensichtlich haben sich diese jungen Menschen vor etwa 1012 Jahren beim Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch mit der tödlichen Krankheit infiziert. Die nvCJD ist die beim Menschen auftretende Form der Rinderseuche BSE. [mehr]
[01.06.2003:
Zusammenhang zwischen BSE und nvCJD] (BSE-PAGE)
[01.06.2004:
nvCJD-Risiko in Deutschland] (BSE-PAGE)
[30.07.2005:
nvCJD in Spanien] (BSE-PAGE)
29.2.2008 (bse-p). Die Zahl der BSE-Fälle hat in Deutschland in den letzten Jahren
ständig abgenommen. Im letzten Jahr wurden nur
noch insgesamt 4 Fälle festgestellt und in diesem Jahr bislang nur einer. Und damit ist de facto
auch bewiesen, wie sinnvoll die Einführung des totalen Verfütterungsverbots von aus
Tiermehlen hergestelltem ‚Kraftfutter‘ war.
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Die auf der Basis der vorhandenen Daten ermittelte Kurvenanpassung (Gauß-Fit = schwarze Kurve) zeigt, daß diese sehr gut paßt. Nun ist die Gaußsche Glockenkurve symmetrisch, so daß sich aus den Werten vor 2001 (gelbe Fläche) die Dunkelziffer der BSE-Fälle etwas aufhellen läßt. In der Zeit vor Ende 2000 wären danach 551 BSE-Fälle anzunehmen, abzüglich der aus dieser Zeit 13 bekannten Fälle ergeben sich somit 538 BSE-Fälle weniger als 2004 vermutet. Auch sind das sehr deutlich weniger unentdeckte BSE-Fälle als in Großbritannien. Dort wird angenommen, daß rund 1 Million BSE-Rinder verspeist worden sind.
[01.06.2004:
nvCJD-Risiko in Deutschland] (BSE-PAGE)
28.12.2007 (bse-p/tsp). Der Berliner Tagesspiegel berichtet heute auf seiner Titelseite über eine Vermutung von Tierärzten, wonach sich hierzulande der Vogelgrippe- Virus nicht nur über Wildvögel sondern auch über tiefgefrorene Enten ausgebreitet haben könnte. In der Zeitung heißt es:
Vogelgrippe kann auch durch tiefgefrorene Enten oder Gänse übertragen werden. Das schließt zumindest der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der mecklenburgischen Insel Riems, Thomas Mettenleiter, nicht aus: "Zwar haben wir im Moment keine Hinweise darauf, dass Nutzgeflügel in Deutschland mit H5N1 infiziert ist", sagte er am Donnerstag [27.12.2007] dem Tagesspiegel, "aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, weil der Erreger bei Enten und Gänsen nicht wie bei Hühnern schnell zum Tod führt und deshalb unentdeckt bleiben könnte."
Mettenleiter reagierte damit auf Vermutungen, wonach die 3 aktuellen Vogelgrippefälle in Brandenburg möglicherweise durch tiefgefrorene Enten verursacht wurden. Das glaubt jedenfalls der Amtstierarzt des Landkreises Ostprignitz- Ruppin, Matthias Rott, der die Untersuchungen im jüngsten Vogelgrippefall koordiniert. "Da alle 3 in den vergangenen 2 Wochen aufgetretenen Fälle private Tierhalter im Berliner Umland betrafen, spricht vieles für eine Übertragung des Virus auf diesem Weg", sagte er. Rott kann sich gut vorstellen, dass eine Charge mit dem Virus H5N1 infizierter tiefgefrorener Enten über eine Handelseinrichtung in die Märkte der Region gelangte. "Die Hühnerhalter haben Abfälle der Ente nach dem Auftauen auf den Kompost geworfen, so dass die Hühner damit in Kontakt kamen", sagte Rott.
Für die Menschen besteht beim Verzehr einer infizierten Ente kaum Gefahr, wenn das Geflügel gut durchgebraten wird. "Der Erreger stirbt bei 70 Grad", sagte Mettenleiter. Niemand sollte aber Innereien oder Abfälle an Tiere verfüttern oder achtlos wegwerfen. [mehr]
[25.01.2006:
Infos zum hygienischen Umgang mit Geflügelfleisch] (BfR)
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Das Virus gehört zur Familie der Adeno-Viren. Zwar sei derzeit noch keine Epidemie zu befürchten, es sei aber wichtig von diesem Virus zu wissen, heißt es. In den USA sind bereits mindestens 7 Menschen an den Folgen dieser Virus-Infektion gestorben. [mehr]
7.9.2007 (bse-p/dpa). Erneut wurde in Bayern das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 bei Nutzgeflügel nachgewiesen. Betroffen sind diesmal 2 Entenmastbetriebe im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz (östlich von Nürnberg). Nach Angaben des bayerischen Verbraucherschutzministeriums wurde der Erreger zuerst in mehreren tiefgefrorenen Enten entdeckt.
Auch Rachenabstriche bei den Tieren der beiden Betriebe hätten Hinweise auf die Geflügelpest erbracht. In den 2 Mastbetrieben wurden bei den Tieren mehr als 3300 Proben genommen und untersucht. Einige dieser Tiere hatten Antikörper von H5N1 in sich. Nach Angaben der Behörden ist bei infizierten Enten im Unterschied zu Hühnern nur ein schwaches Krankheitsbild zu erkennen. Eine Keulung des Bestandes ist daher unumgänglich, um eine Übertragung des Virus auf andere Betriebe auszuschließen, sagte Sprecher Roland Eichhorn. In den nächsten Tagen sollen deswegen 205.000 Enten auf den Höfen in Bruck und Nittenau getötet werden.
Die betroffenen Betriebe in Bruck und Nittenau sind nach Angaben der Behörden Tochterunternehmen des Mastbetriebes im mittelfränkischen Wachenroth, wo bereits vor 2 Wochen die Vogelgrippe festgestellt wurde. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist aus den beiden Betrieben möglicherweise die Vogelgrippe nach Wachenroth gelangt. Beim Betrieb in Bruck sollen etwa 180.000 Enten getötet werden, in Nittenau rund 25.000 Tiere. Es ist die bislang größte Vernichtungsaktion von Nutzgeflügel in Deutschland. [mehr]
[14.02.2006:
Vogelgrippe in Deutschland angekommen] (BSE-Page)
31.8.2007 (khd). Am 28. August wurde ein neuer Ekelfleisch-Skandal bekannt. Im InfoRadio Berlin wird heute berichtet, die Firma Wertfleisch GmbH (Wertingen) habe schon seit vielen Monaten nicht zum menschlichen Verzehr bestimmtes Fleisch aus Bayern nach Berlin für die Döner-Produktion geliefert. Die bayerische Staatsanwaltschaft in Memmingen geht inzwischen von einer Menge von mindestens 160 Tonnen ungenießbaren K3-Fleisches aus, das an 4 verschiedene Betriebe in Berlin gegangen ist (K3 siehe: Fall in Deggendorf von 2005).
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Wer heute noch Döner ißt, ist selber schuld! |
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Eine WELT-Leserin im Internet am 28. August 2007. |
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Noch am Mittwoch [29.8.2007] sprach die zuständige Berliner Verbraucherschutz- Senatorin, Katrin Lompscher (Die Linke), davon, daß dieser aktuelle Fleischskandal das Funktionieren der Überwachung zeige. Angesichts von Ekel-Fleischlieferungen seit Juni 2006 wird sie nun das Nichterkennen in gleich 4 Döner-Betrieben durch die Berliner Lebensmittelaufsicht erklären müssen. Auch werde es nun höchste Zeit, die Namen dieser sich dummstellenden Döner-Hersteller zu nennen, fordern Bürger. Schließlich sei so eine Senatorin dem Wohl der Allgemeinheit verpflichtet und nicht einem betrügerischen Gewinnstreben des Döner-Gewerbes, heißt es.
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[15.10.2005:
Bayern ein Eldorado für Lebensmittel-Panscher?] (khd-PAGE)
[02.09.2006:
Ekelfleisch aus Bayern] (BSE-PAGE)
[28.08.2007:
Faules Fleisch für Kebab-Buden in Berlin] (AP)
[29.08.2007:
Döner-Hersteller in Berlin mit Gammelfleisch beliefert] (DIE WELT)
[30.08.2007:
Ekel-Döner bringt CSU-Minister in Bedrängnis] (SPIEGEL-ONLINE)
Und da es mehr als offensichtlich ist, daß diese Berliner Döner-Betriebe das besonders
minderwertige Fleisch haben erkennen müssen, es aber dennoch zu Döner-Spießen
verarbeiteten, haben kritische Bürger zur Selbsthilfe gegriffen. Sie bereiten eine Liste der
Berliner Döner-Hersteller vor. Sobald diese Liste veröffentlicht ist, wird die BSE-Page diese
auf dem Server in den USA spiegeln:
[Liste Berliner Döner-Hersteller 2007].
Der Redaktion der BSE-Page ist dabei durchaus bewußt, daß damit alle Betriebe zunächst
unter Generalverdacht gestellt werden. Aber es liegt auch im Interesse der ‚sauberen‘
Betriebe, daß möglichst schnell die schwarzen Schafe der Branche erkannt werden und vom Markt
verschwinden. Es wird vermutet, daß ein Abnehmer des Ekel-Fleisches aus Wertingen die Firma
Beysan GmbH in Berlin-Mitte ist (Kontroll-Nr.: DE-BE 10035 EG).
Bürger prangern an
3.9.2007 (bse-p). Es ist nun schon fast eine Woche her, seitdem die Verwendung von Ekel-Fleisch bei der
Herstellung von Dönern bekannt wurde. Aus der Presse wissen die Verbraucher, daß dieser
Mißstand bereits seit Sommer 2006 bestand. Auch sollen nach Angaben der Staatsanwälte in
Memmingen 4 Berliner Döner-Produzenten nicht zum menschlichen Genuß geeignete
Fleischabfälle von der bayerischen Firma Wertfleisch GmbH erhalten haben (offensichtlich liegen dort
entsprechende Lieferpapiere vor). Dennoch hat die in Berlin zuständige Senatorin Katrin Lompscher,
die der Partei der Linken (ex-PDS) angehört, es bislang nicht geschafft, die betreffenden
Döner-Hersteller mit Namen zu benennen.
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[Die Enthüllungsstory des STERN] (Screen-Shot: 6.9.2007 pep) |
Aus diesem Report wird auch deutlich, daß sich insbesondere die Berliner Lebensmittel-Kontrolle an der Nase herumführen ließ. Denn das jetzt in Berlin zu Dönern verarbeitete Ekel-Fleisch war schon einmal in Berlin (sic!), bei der Firma Expim, wo es bereits im September 2006 als ungenießbar beschlagnahmt worden war, aber im Juli 2007 zum Weiterverkauf an die Firma Sonac (EV 1460) in Bad Bramstedt wieder freigegeben wurde. Die zum europäischen Multi Vion gehörende Sonac verkaufte das Ekel-Fleisch sofort papiermäßig (zur Verschleierung) über einen Zwischenhändler in Belgien und real an die Wertfleisch GmbH in Wertingen, die es dann als ‚wertvolles‘ Fleisch an einige Berliner Döner-Hersteller
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Und es wäre daher billiger und wesentlich effektiver, Mittel des Marktes einzusetzen, um dem Spuk endlich ein Ende zu bereiten. Jedes, aber auch jedes, illegale Handeln im Lebensmittel- Sektor gehöre sofort mit voller Namensnennung an den öffentlichen Pranger (im Internet), sagen nicht nur Beobachter der Situation seit 1970. Den Rest erledige dann der Markt und die Strafgerichte. Es bleibe völlig unverständlich, warum CDU/CSU sich dagegen so sträuben. Es könne ja wohl nicht so schwer sein, die Gesetze entsprechend einzurichten, heißt es. Auch die Union sei primär den Bürgern verpflichtet nicht der allgegenwärtigen Industrie-Lobby. Vielleicht muß man die Unionisten daran erinnern, daß es in unserer Verfassung auch einen Artikel 14, Absatz 2 gibt...
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[06.09.2007:
Die Döner-Mafia] (Enthüllungsstory des STERN)
30.8.2007 (bse-p). Im August wurde in Bayern erstmals das gefährliche Vogelgrippe-Virus H5N1 bei Nutzgeflügel nachgewiesen. Betroffen ist ein Entenmastbetrieb im fränkischen Wachenroth (nordwestlich von Erlangen im Steigerwald). Damit wurde eine Tötung des gesamten Bestandes von 160.000 Enten notwendig, um eine weitere Übertragung auf andere Betriebe zu vermeiden. Es war die bislang größte Vernichtungsaktion von Nutzgeflügel in Deutschland.
[14.02.2006:
Vogelgrippe in Deutschland angekommen] (BSE-Page)
9.3.2007 (fw). Bislang waren Verbraucher davon immer ausgegangen, daß seit der BSE-Krise alle Tiermehle wegen der Prionengefahr durch Verbrennen vernichtet werden. Vor zwei Wochen veröffentlichten die Verbraucherschützer von Foodwatch eigene Recherchen. Danach werden aus Deutschland reichlich Tiermehle in viele Länder exportiert illegal. Foodwatch teilt dazu jetzt mit:
Die Veröffentlichung der foodwatch-Recherchen zum illegalen Export von Tiermehl vor zwei
Wochen zeigen Wirkung: Die niedersächsischen Behörden haben die verbotene Ausfuhr von
tierischen Abfällen gestoppt und zugegeben, dass Exporte unerlaubtermaßen in 22 Länder
gingen, mit denen es keine dafür erforderlichen Abkommen gab. Das geht aus einem
Rechenschaftsbericht der Landesregierung an den zuständigen Landtagsausschuss vom Montag dieser
Woche [5.3.2007] hervor, der foodwatch vorliegt. Die Begründung der Regierung für diesen
Skandal: Die EU-Verordnung zum Export von Tiermehl sei sowohl von ihr als auch von der Bundesregierung
falsch ausgelegt worden. Erschreckend: Eine Bürgerorganisation wie foodwatch muss deutschen
Behörden in Bund, Ländern und Landkreisen die geltenden Gesetze erklären.
Die Recherchen von foodwatch haben Konsequenzen für die gesamte Europäische Union. Illegale Exporte sind offenbar auch in anderen europäischen Ländern an der Tagesordnung. foodwatch hat deshalb den Report übersetzen lassen und sich mit der englischen Version an die europäische Öffentlichkeit gewandt. Auch das mit Erfolg: Aufgrund der Enthüllungen von foodwatch hat die Europäische Kommission eine Sondersitzung für den 20.03.2007 einberufen. [mehr]
Ausführlichere Informationen über den Skandal um die tierischen Abfälle und das Originalschreiben der niedersächsischen Landesregierung gibt es bei Foodwatch im Internet: [mehr]
31.3.2007 (bse-p). Inzwischen hat Foodwatch Strafanzeige wegen der illegalen Tiermehl-Exporte gestellt. Das führte am 29.3.2007 zu einer Durchsuchung von mehreren niedersächsischen Betrieben und Veterinärämtern, die die Exporte gegen geltendes Recht genehmigt hatten. [mehr]
1.2.2007 (sp). Britischen Forschern ist es jetzt gelungen, CJD bei Mäusen zu stoppen und sogar rückgängig zu machen. Die bereits aufgetretene CJD-Symptome verschwanden nach der experimentellen Therapie. Das Wissenschaftler-Team um Giovanna Mallucci vom Medical Research Council in London untersuchte junge Mäuse, die unter ersten Anzeichen der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD) litten, wie sie jetzt in Neuron berichten.
Als die Mäuse 9 Wochen alt waren, schalteten die Forscher das Gen aus, das für die Herstellung der krankmachenden Prionen verantwortlich ist. Darauf verbesserte sich der Zustand der Tiere. Auch die typischen Veränderungen im Gehirn seien wieder zurückgegangen. Bei einer kranken Kontrollgruppe von Mäusen wurde das Prion-Gen nicht abgeschaltet. Diese Tiere entwickelten immer schwerere CJD-Symptome und starben schließlich. [mehr]
6.10.2006 (bse-p/ddp). Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden, daß wie schon 1996 vermutet Milchaustauscher in den vergangenen Jahren das Risiko einer BSE-Infektion erhöht haben. Das geht aus einer Studie des Friedrich-Löffler- Instituts und der Tierärztlichen Hochschule Hannover hervor, deren Ergebnisse heute veröffentlicht wurden. Bei Kälbern, die mit Milchaustauschern gefüttert worden seien, sei später BSE häufiger ausgebrochen. Bei Milchaustauschern wird der natürliche Fettgehalt der Milch durch andere tierische Bestandteile ersetzt. Bereits 2001 wurden in Deutschland in Milchaustauschern Prionen nachgewiesen.
Ein weiteres Ergebnis der Untersuchungen: Erkrankte Tiere gehörten auffällig oft der Rasse Holstein Rotbunt an. Die Tiere dieser Rasse wurden seltener mit Milchaustauschern gefüttert als andere Rassen. Deshalb schließen die Forscher eine genetisch bedingte Empfänglichkeit bestimmter Rassen für BSE nicht mehr gänzlich aus.
Für die Untersuchung wurden neben einer Querschnittserhebung in Rinder haltenden Betrieben Niedersachsens auch Fallkontrollstudien in Teilen Niedersachsen und Schleswig- Holsteins vorgenommen. In beiden Fällen verglichen die Wissenschaftler die erhobenen Daten gesunder Rinder mit BSE-Fällen.
4.10.2006 (bse-p/info-radio). Vom BSE- Infektionsexperiment auf der Ostsee- Insel Riems liegen erste Erkenntnisse vor. Seit 2003 sind dort Kälber im Friedrich- Loeffler- Institut mit dem Futter beigemengten BSE-Erreger infiziert und der weitere Krankheits- Verlauf beobachtet worden.
Von den ursprünglich 56 Kälbern leben heute noch 12, da regelmäßig Tiere getötet, seziert und das Gewebe untersucht wurden. 11 der belang getöteten Rinder hatten BSE entwickelt (19,6 %). Damit sei auch bewiesen, daß Rinder sich über die Nahrungsaufnahme mit BSE infizieren können, was von vielen Bauern immer wieder angezweifelt worden war. Das BSE- Experiment läuft noch bis Mitte 2007. [mehr]
[20.05.2005:
BSE-Erreger Vom Darm ins Gehirn] (DPA)
[21.11.2005:
Rindfleisch war noch nie so sicher wie jetzt] (AP)
[24.11.2005:
Fünf Jahre BSE Neues von der Insel Riems] (BAYERISCHER RUNDFUNK)
[04.10.2006:
Erste Erkenntnisse über BSE-Verlauf auf der Insel Riems] (DDP)
15.9.2006 (bse-p). Die Göttinger Forscher um Prof. Bertram Brenig haben inzwischen mit dem von ihnen entwickelten BSE- Lebendtest in einer umfangreichen Studie Blutproben von rund 1.000 Rinder untersucht. Dabei gelang es den Wissenschaftlern, im Blutserum von erkrankten Tieren sowie von Rindern aus Risikoherden eindeutig Veränderungen nachzuweisen, die eine klare Verbindung zur Bovinen Spongiformen Enzephalopathie (BSE) aufweisen. Die bislang zugelassenen BSE-Tests ermöglichen eine Diagnose nur an Hirngewebe von geschlachteten Rindern. Unklar ist derzeit, wann der Bluttest zum Identfizieren von BSE-Rindern allgemein eingeführt werden kann.
[03.12.2003:
Deutsche Forscher entwickeln neuen BSE-Test] (DPA)
[05.12.2003:
Schutz vor BSE nicht ausreichend] (BSE-Page)
5.9.2006 (khd/bse-p). Es ist im Sommerloch wohl etwas untergegangen. Bereits am 16. August
bestätigte das deutsche BSE-Referenz-Labor auf Riems den 400.
originären BSE-Fall. Das Rind stammte aus Niedersachsen aus einer Herde von 196 Tieren und wurde am
4.8.1999 geboren. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Es ist erst der 11. Fall des Rinderwahnsinns
in diesem Jahr. Die Anzahl ist hierzulande seit 2001 wie die Grafik zeigt
stetig zurückgegegangen. Das im Jahr 2000 verhängte totale Verbot der Fütterung mit
Tiermehlen hat sich also bewährt.
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Südländer bei BSE an der Spitze
10.9.2006 (bse-p). In Deutschland wurden seit 2000 in 69 Monaten insgesamt 401 Rinder positiv auf BSE
getestet. Das sind bezogen auf den Rinderbestand von 1999 im
Mittel 24,2 BSE-Fälle pro 1 Mio. Rinder. Es ist auffällig, daß die BSE-Rate in
Deutschlands Südländern Baden-Württemberg und Bayern mit weit über 30 BSE-
Fällen pro 1 Mio. Rinder besonders hoch ist. Es muß also in diesen Bundesländern
besonders häufig infektiöses Tiermehl verfüttert worden
sein. Denn anders sind die erheblichen Unterschiede zu den Nordländern wie Nordrhein- Westfalen
oder Mecklenburg- Vorpommern (unter 20 BSE- Fälle pro 1 Mio. Rinder) kaum zu erklären.
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Mehr zu diesem Thema:
[24.08.1997:
Werden in Deutschland 238 BSE-Fälle vertuscht?] (BSE-Page)
[05.08.2002:
Deutschlands 200. BSE-Fall] (BSE-Page)
[08.03.2004:
Deutschlands 300. originärer BSE-Fall] (BSE-Page)
2.9.2006 (bse-p/tsp). Gleich 2 Gammelfleisch- Skandale wurden dieser Tage aus Bayern bekannt. Bei einem Münchner Großhändler fanden Ermittler nach einem anonymen Hinweis tonnenweise TK-Fleisch bereits 4 Jahre jenseits des Haltbarkeitsdatums. Gestern wurden auch noch 30 bis 40 Tonnen verdächtiges Entenfleisch sichergestellt, nachdem am Vortag schon 10 Tonnen vor allem Döner-Spieße beschlagnahmt worden waren. Inzwischen hat sich der Verdacht auf verdorbene Ware erhärtet, denn 17 von 20 Proben schienen nach dem Auftauen grünlich oder Ekel erregend, heißt es. Derartige Fleischprodukte sollen von dem Händler bundesweit verkauft worden sein.
Gestern wurde ein weiterer Fall aus Niederbayern bekannt. Bei Razzien in einer Schlachterei in Metten (Landkreis Deggendorf) sowie in 2 Kühlhäusern im Landkreis Passau und in Regensburg stellten bayerische Behörden mehrere Tonnen Fleisch sicher, darunter 3,5 Tonnen gefrorenes Rindfleisch, von dem ein Teil bereits seit 2003 in der Firma lagerte. Namen wurden nicht genannt. [mehr]
Unterdessen kritisiert sogar das CSU-geführte Bundesverbraucherministerium die bayerische Kontrollpraxis: Wir sind sehr unzufrieden mit den Bayern, sagte Staatssekretär Gert Lindemann dem Berliner Tagesspiegel. Die Informationen seien nur tröpfchenweise zur Verfügung gestellt worden. Das ist unakzeptabel. Es sei auch unverständlich, dass sich Bayern gegen bundesweite Koordinierungs- und Auditierungs- Bemühungen der Lebensmittelüberwachung stelle. Darüber sollte Bayern noch einmal nachdenken, sagte Lindemann der Zeitung (Tagesspiegel, 2.9.2006, Seite 1). Bereits 2005 war Bayern durch besondere Saumseligkeit bei der Lebensmittel- Überwachung aufgefallen.
Foodwatch: Roß und Reiter nennen
5.9.2006 (bse-p). Unterdessen setzen die unabhängigen Verbraucherschützer von
Foodwatch zusammen mit 19 namhaften Organisationen die Mitmach-Aktion
Ich will es wissen! (www.ess- wissen.de) fort.
Denn Verbraucher könnten sich kaum vor dem Gammelfleisch schützen. Sie müssen politisch
aktiv werden und ihre Rechte gegenüber den gewählten Politiker einfordern. Um solche
Fleischskandale in Zukunft effektiv verhindern zu können, müsse das neue Verbraucher-
Informationsgesetz (VIG) nachgebessert werden, heißt es in einem
Foodwatch- Newsletter. Der Bundesrat werde
voraussichtlich am 22. September 2006 über dieses Gesetz beraten. Über die Mitmach- Aktion
können Verbraucher Ihren Unmut äußern und die Länderpolitiker dazu auffordern, das
in der vorliegenden Form unwirksame Gesetz nicht zu verabschieden und es sehr deutlich im Sinne des
Verbraucherschutzes zu verbessern. Und dazu gehöre nun einmal, daß die Behörden
Roß und Reiter bei Lebensmittel- Skandalen unverzüglich nennen müssen, wissen alle
Verbraucherschützer schon
seit vielen Jahren.
[00.09.1989:
Der Staat steht Schmiere] (Expertenforderungen in NATUR)
[26.07.2002:
Verstöße gegen das Lebensmittelrecht müssen härter bestraft werden]
(TAGESSPIEGEL)
[07.03.2004:
Lebensmittel-Kontrolle praktisch zusammengebrochen] (AFP)
[15.10.2005:
Bayern ein Eldorado für Lebensmittel-Panscher?] (khd-Page)
[01.09.2006:
Gammelfleisch: "Ein Teil wurde gegessen"] (SPIEGEL ONLINE)
15.7.2006 (khd/nzz). Neuer Forschungsergebnisse deuten daraufhin, daß die bisherigen Hypothesen zu Prionen- Krankheiten noch einmal durchdacht werden müssen. So vermutete man bislang, daß in den Prion- Klumpen bei der nvCJD (bzw. vCJD oder vCJK) anders als bei der klassischen CJD- Krankheit nur der Typ 2B des Prion- Proteins vorkommt. Inzwischen wurden aber auch bei nvCJD verklumpte Prion- Proteine des Typs 1 nachgewiesen.
Aus einer genaueren Untersuchung der Kuru- Fälle auf Papua- Neuguineas ergibt sich jetzt, daß die Inkubationszeit mehr als 40 Jahre betragen kann. Offenbar liegt das an einem gewissen Schutz des Genotyp VV, über den einige Menschen verfügen. Einen späterer Ausbruch der Krankheit wird damit aber nicht sicher verhindert. [Die CJD-Vermutung von 2004 der BSE-Page]
Und da vermutlich diese Erkenntnisse auf nvCJD übertragbar sind, könnten die bislang über 170 BSE- Opfer nur den Beginn einer größeren Erkrankungswelle (um 2030 ?) darstellen. Besonders betroffen wäre dann Großbritannien von solcher Spätfolge des BSE-Desasters. [mehr]
[26.06.2006:
Kannibalismus führt nach Jahrzehnten zum Tod] (SPIEGEL ONLINE)
[12.07.2006:
Irritierendes zu den Prionenkrankheiten] (NEUE ZÜRCHER ZEITUNG)
12.7.2006 (bse-p/nzz). Forschern der University of Texas ist es gelungen, infektiöse Prionen im Blut von Hamstern nachzuweisen noch bevor diese erkrankten. Das beschreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe von Science (Band 313, Seite 9294). Damit steigen die Hoffnungen, daß demnächst ein BSE-Bluttest zur Verfügung stehen könnte.
Wie sich in den Tierexperimenten außerdem zeigte, stammten die im Blut nachgewiesenen Prionen in der asymptomatischen Frühphase vorwiegend aus lymphatischen Organen, nach dem Ausbruch der Krankheit hingegen hauptsächlich aus dem Hirn.
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