Die aktuelle Information:

Tote durch Gammel-Fleisch
28.8.2008 (bse-p/afp). In Kanada zeigte sich jetzt, wie gefährlich vergammeltes Fleisch werden kann.
Dort haben sich mindestens 26 Menschen durch den Verzehr von abgepacktem Fleisch vergiftet. Fleisch der
Firma Maple Leaf war bakteriell verseucht (Listeria monocytogenes) in den Handel gelangt.
Inzwischen sind bereits 12 Tote zu beklagen. Mit weiteren Toten muß gerechnet werden.
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Der Prionen-Fehlfaltung auf der Spur
8.8.2008 (bse-p). Auslöser von Prion- Erkrankungen wie der Creutzfeldt-Jakob- Krankheit (CJD),
Rinderwahn (BSE) und Scrapie sind fehlgefaltete Proteine. Unklar ist bis heute, warum sie fehlfalten.
Ausschlaggebend für die Krankheitsentstehung scheinen die ersten Schritte der Faltung und der Beginn
der Aggregation von Proteinen, die so genannte Oligomerisierung, zu sein.
An der Bochumer Ruhr-Universität konnten jetzt Forscher um Klaus Gerwert und Detlev Riesner diese
erste Faltungsphase von CJD- Prionen in natürlicher Umgebung studieren. Unstrukturierte Teile des
Proteins werden so gefaltet, daß sich ein anderes Prion- Protein leicht anlagern kann, was
womöglich der Beginn der krankheitsauslösenden Strukturierung sei, stellten sie fest. Über
die Ergebnisse berichten die Forscher in dem Artikel Structural changes of membrane-anchored native
PrP C in der aktuellen Online- Ausgabe der Proceedings der National Academie of Science
(PNAS).
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[Abbildung im Internet]
Neue nvCJD-Welle in Großbritannien befürchtet
4.8.2008 (bse-p). In Großbritannien haben die Fälle des menschlichem BSE
(nvCJD) in den letzten Jahren stetig abgenommen. In diesem
Jahr ist bislang nur 1 Fall aufgetreten, im Jahr 2000 wurden noch 28 Fälle der tödlichen
Krankheit beobachtet. Insgesamt sind in Großbritannien bisher 164 Menschen durch nvCJD getötet
worden.
Alle diese BSE-Opfer waren mit Prion-Genen vom MM-Typ ausgestattet je ein M-Gen von jedem
Elternteil. Von dieser Kombination ist inzwischen bekannt, daß nach einer Prion-Infizierung nvCJD
recht schnell ausbrechen kann (siehe auch "Die CJD-Vermutung"). Britische Forscher befürchten nun, daß Menschen mit
Prion-Genen vom VV- und MV-Typ, die sich in den zurückliegenden Jahren mit BSE-Prionen infiziert
haben, in den nächsten 2030 Jahren an CJD erkranken werden. Sie rechnen mit etwa 250 weiteren
Fällen.
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Scrapie-Prionen überleben im Boden
2.8.2008 (bse-p). Die Frage, ob die Erreger der Schafseuche Scrapie (infektiöse Prionen)
im Boden überleben, ist offensichtlich von
Wissenschaftlern des Fraunhofer- Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie
(IME) beantwortet. Sie fanden in einer Studie
heraus, daß Scrapie-Prionen im Weideboden jahrelang überleben können.
Über derart belastete Weiden können sich Schafe anstecken. Ob die ähnlichen BSE- und
CWD-Prionen genauso widerstandsfähig sind, ist aber noch nicht geklärt.
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Lockerung des Fett-Verfütterungsverbots?
30.7.2008 (bse-p). In den letzten Wochen wurde diskutiert, ob eine Lockerung des deutschen
Fett-Verfütterungsverbotes möglich ist. Dazu haben jetzt das Friedrich-Loeffler-Institut,
Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI) und das Bundesinstitut für Risikobewertung
(BfR) eine gemeinsame Empfehlung an die Politik
abgegeben.
Das FLI und BfR empfehlen dringend eine konsequente Verhinderung des Intra-Spezies-Recyclings bestimmter
verarbeiteter Fette, um das Risiko einer Re-Zirkulation des BSE-Erregers in den Tierbeständen so
weit wie möglich auszuschließen.
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Waren es doch infektiöse Wachstumshormone?
20.7.2008 (bse-p). Es gilt als sicher, daß sich der Rinderwahnsinn BSE über die
Verfütterung von mit infektiösen Prionen verseuchtem Tiermehl, das unzureichend sterilisiert worden war, in so vielen Ländern ausbreiten konnte.
Denn Großbritannien hatte 1988 wegen der grassierenden Rinderseuche Tiermehl als Futter für
Wiederkäuer im eigenen Land zwar verboten, ein Jahr später aber waren dafür die Tiermehl-
Exporte sprunghaft in die Höhe geschnellt von 13.228 Tonnen auf 32.220 Tonnen.
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Seitdem sind fast 20 Jahre vergangen, und wir wissen heute, daß es trotz des Tiermehl- Exports in
keinem Land zu einem derart starken Auftreten des Rinderwahnsinns wie in Großbritannien gekommen ist. Nicht nur Experten fragen
sich nun, warum gibt es diesen Unterschied? Wie erklärt sich das massive BSE-Auftreten im
Vereinigten Königreich?
Eine Erklärung dafür könnte der intensive Einsatz von aus Rinder-Hirnen gewonnenen
Wachstumshormonen bei der britischen Rindermast gewesen sein, wie das schon 1999 von der
Wissenschaftlerin Anne Maddocks vermutet wurde.
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Ist das wirklich unstrittig?
3.8.2008 (bse-p). Im DeutschlandRadio Kultur sagte heute der Lebensmittelchemiker Udo Pollmer
zum BSE-Desaster in Großbritannien mit weit über 180.000 Fällen:
Der wichtigste Übertragungsweg war doch ein anderer: Die Briten haben über Jahrzehnte
aus Rinderhirnen Wachstumshormone gewonnen und diese wiederum ihrem Vieh gespritzt. Diese Praxis ist in
der Sache unstrittig. Der Vorteil der Tiermehl- Hypothese war, daß der deutsche Steuerzahler die
BSE-Krise finanzieren durfte. Sonst wäre es Sache der britischen Pharma-Industrie
gewesen.
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Nun gibt es über die Entstehung von BSE sehr viele Hypothesen, aber noch imer keine eindeutige Antwort. Die epidemiologisch
untermauerte These geht davon aus, daß BSE im Vereinigten Königreich durch die
Verfütterung von erregerhaltigen Tiermehlen (MBM) auf
den Pflanzenfresser Rind übertragen wurde. Diese enthielten auch infektiöses Hirn und
Rückenmark. Gestützt wird die These durch die Tatsache, daß man Rinder mit BSE infizieren
kann, wenn man sie mit erregerhaltigem Material füttert (Großversuch auf Riems). Die Entstehung und die hohen Fallzahlen in
Großbritannien (über 180.000 gemeldete Fälle seit 1986) werden damit erklärt,
daß dort in den 1980er Jahren das Herstellungsverfahren für Tiermehl verändert wurde.
Dabei wurden aber die BSE-Erreger nicht mehr ausreichend inaktiviert.
Welche Rolle die Verabreichung von Wachstumshormonen in der frühen Entstehungsphase von BSE
(1970er-Jahre) tatsächlich gespielt hat, wird sich wohl nicht mehr klären lassen. Vorstellbar
ist aber, daß diese die BSE-Verbreitung in den 1980er-Jahren in Großbritannien durch
hochinfektiösere Tiermehle beschleunigt haben kann. Insofern steht die Tiermehl- Hypothese
keineswegs im Widerspruch zu anderen Erklärungsversuchen.
Mehr zu diesem Thema:
[17.06.1996:
Briten-Tiermehl importiert] (DER SPIEGEL)
[09.08.1999:
Ist BSE eine Folge von Experimenten mit Hormonen?] (BERLINER MORGENPOST)
[07.04.2005:
Die Verbreitung von BSE] (BAYER. RUNDFUNK)
[00.04.2005:
Der weltweite Rinderwahn in Zahlen] (khd-research)
Neue CJD-Art entdeckt
14.7.2008 (welt.de).
16 ältere Amerikaner sind in den letzten Jahren an einer unbekannten Form von Demenz erkrankt, 10
von ihnen starben. Das neue Leiden zeigt sich mit allen Symptomen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
(CJD).
Die Patienten können kaum denken, nicht sprechen und sich nur mühsam bewegen. Trotzdem gibt es
Unterschiede zu den bisher bekannten Formen der CJD-Krankheit.
Die rätselhafte Krankheit schreitet schnell fort und wird durch zerstörerische Prionen
verursacht. Sie lagern sich im Hirn der Betroffenen ab und töten Nervenzellen. Aber es gibt einen
Unterschied: Die bisher bekannten Formen von Prionen lassen sich nicht abbauen, die neuen dagegen bieten
bestimmten Eiweißen, so genannten Proteasen, eine Angriffsfläche, "sie lassen sich spalten",
sagt der Neuropathologe Pierluigi Gambetti, Direktor der Case Western Reserve University dem New
Scientist.
"Ich fürchte, dass es die Krankheit schon seit Jahren gibt, wir sie bisher nur übersehen
haben", sagt Gambetti, "vermutlich wurde die Krankheit mit anderen Formen von Demenz verwechselt". Die
bisher bekannte Form von (vCJD) wird vermutlich durch BSE
verseuchtes Rindfleisch übertragen. Ob das auch für die neue CJD-Art gilt, soll nun in weiteren
Experimenten geklärt werden. "Wahrscheinlicher ist allerdings, dass ein genetischer Defekt die
Krankheit auslöst", sagt Gambetti. Außerdem prüfen die Experten, ob es die Krankheit auch
diesseits des Atlantiks gibt.
[mehr]
BSE-Fall in Kanada
24.6.2008 (afp). In Kanada gibt es einen neuen Fall von Rinderwahn. Für Menschen bestehe keine
Gefahr, betonten die Behörden. Es ist der 13. BSE-Fall in Kanada seit 2003. Zuletzt waren in den
Jahren 2006 und 2007 zwei Tiere in der Provinz British Columbia erkrankt. Wo genau der jetzt betroffene
Hof dort liegt, wurde nicht bekannt.
Behördensprecher George Luterbach sagte gestern, in den vergangenen 5 Jahren seien mehr als 220.000
Rinder in Kanada auf BSE getestet worden. Eine Epidemie sei dank der Kontrollen nicht zu
befürchten.
Freisprüche bei BSE-Betrug
3.6.2008 (bse-p). In Trier zeigte sich jetzt erneut, welche Schwierigkeiten sich bei der juristischen
Aufarbeitung der BSE-Krise ergeben. Im BSE-Betrugsprozess um die Tierkörperbeseitigungsanlage (TBA)
in Rivenich (Kreis Bernkastel-Wittlich) hat heute das Landgericht Trier alle 3 Angeklagten
freigesprochen, obwohl es erwiesen war, daß 2001 und 2002 in der TBA BSE-Risikomaterial zu Fett im
Wert von rund 1,7 Millionen Euro verarbeitet worden war.
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EU lockert Tiermehl-Verbot
1.5.2008 (bse-p). Die Europäische Kommission hat am 22. April das strikte Verfütterungs-Verbot
von Tiermehlen etwas gelockert. Danach dürfen demnächst wieder an Kälber und Lämmer
fischmehlhaltige Tiermehle als Eiweiß-Ergänzung verfüttert werden. Hintergrund des
erstaunlichen Kurswechsels innerhalb der EU ist die Preisexplosion bei eiweißhaltigen Futtermitteln
wie Soja.
Gegen diese Lockerung protestieren Verbraucherschützer und die Grünen. Es sei überhaupt
noch nicht wissenschaftlich geklärt, ob nicht auch von toten Fischen eine BSE-Gefahr ausgehen
könne, heißt es. Immerhin habe der Konstanzer Gen- Forscher Edward Malaga- Trillo vor 5 Jahren
verformte Eiweiße [Prionen?] im Gehirn von Fischen gefunden.
Zur Bekämpfung der auf Menschen übertragbaren BSE-Krankheit bei Rindern wurde Ende 2000 ein
totales Verfütterungs- Verbot von
Tiermehlen verhängt. Wirtschaftliche Belange spielten
dabei keine Rolle.
[mehr]
Mehr zu diesem Thema:
[01.11.2000:
Tierreste nicht mehr verfüttern] (DER TAGESSPIEGEL)
[23.11.2000:
Wir riskieren die Katastrophe] (DIE ZEIT)
[03.02.2003:
Auch Fische haben BSE] (Hinweis in der B.Z.)
[22.04.2008:
EU lockert Tiermehl-Verbot] (WIRTSCHAFTS-WOCHE)
Scrapie über Milch übertragbar
8.4.2008 (ddp). Schafsmilch birgt entgegen früherer Vermutungen möglicherweise doch ein Risiko
für eine Infektion mit Prionen. Britische Forscher haben
jetzt nachgewiesen, daß sich Lämmer über die Milch infizierter Mutterschafe mit der
Prion- Erkrankung Scrapie anstecken und die Erreger
später auch ausscheiden können. Ob die Krankheit bei den jungen Schafen später
tatsächlich ausbricht, können die Wissenschaftler noch nicht sagen.
Diese Entdeckung zeige jedoch, daß eine Übertragung durch Milch prinzipiell möglich ist,
schreiben Timm Konold und Kollegen in BMC Veterinary Research. Eine Gefahr für den
Menschen sehen die Forscher derzeit nicht. Es gebe bisher keine Hinweise darauf, daß Scrapie auf
den Menschen übertragen werden kann.
[mehr]
2 nvCJD-Tote in Spanien
7.4.2008 (info-radio). In Spanien sind jetzt 2 Menschen an der Variante der Creutzfeldt- Jakob- Krankheit
(nvCJD) gestorben. Das berichtet heute der spanische
Rundfunk. Offensichtlich haben sich diese jungen Menschen vor etwa 1012 Jahren beim Verzehr von
BSE-verseuchtem Rindfleisch mit der tödlichen Krankheit infiziert. Die nvCJD ist die beim Menschen
auftretende Form der Rinderseuche BSE.
[mehr]
[01.06.2003:
Zusammenhang zwischen BSE und nvCJD] (BSE-PAGE)
[01.06.2004:
nvCJD-Risiko in Deutschland] (BSE-PAGE)
[30.07.2005:
nvCJD in Spanien] (BSE-PAGE)
BSE-Dunkelziffer aufgehellt
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29.2.2008 (bse-p). Die Zahl der BSE-Fälle hat in Deutschland in den letzten Jahren
ständig abgenommen. Im letzten Jahr wurden nur
noch insgesamt 4 Fälle festgestellt und in diesem Jahr bislang nur einer. Und damit ist de facto
auch bewiesen, wie sinnvoll die Einführung des totalen Verfütterungsverbots von aus
Tiermehlen hergestelltem ‚Kraftfutter‘ war.
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Die Abnahme der BSE-Fälle in Deutschland seit 2001 (rote Kurve) mit Gauß-Fit zur
Rückrechnung.
(Grafik: 2.2008 khd) |
Seit Dezember 2000 wurden insgesamt 410 Rinder positiv auf BSE getestet. Wieviel BSE-Rinder davor
unerkannt auf deutschen Tellern landeten, wissen wir nicht. Aber wir können das nun
nachträglich ganz gut abschätzen. Der Verlauf der Abnahme der BSE- Fälle (rote Kurve)
legt nahe, daß es sich um ein exponentielles Abklingen handelt, vermutlich sogar nach der
Gaußschen Glockenkurve.
Die auf der Basis der vorhandenen Daten ermittelte Kurvenanpassung (Gauß-Fit = schwarze
Kurve) zeigt, daß diese sehr gut paßt. Nun ist die Gaußsche Glockenkurve symmetrisch,
so daß sich aus den Werten vor 2001 (gelbe Fläche) die Dunkelziffer der BSE-Fälle etwas
aufhellen läßt. In der Zeit vor Ende 2000 wären danach 551 BSE-Fälle anzunehmen,
abzüglich der aus dieser Zeit 13 bekannten Fälle ergeben sich somit 538 BSE-Fälle
weniger als 2004 vermutet. Auch sind das sehr
deutlich weniger unentdeckte BSE-Fälle als in Großbritannien. Dort wird angenommen, daß
rund 1 Million BSE-Rinder verspeist worden sind.
[01.06.2004:
nvCJD-Risiko in Deutschland] (BSE-PAGE)
Vogelgrippe durch Tiefkühlenten?
28.12.2007 (bse-p/Tsp). Der Berliner
Tagesspiegel berichtet heute auf seiner Titelseite über eine Vermutung von Tierärzten,
wonach sich hierzulande der Vogelgrippe- Virus nicht nur über Wildvögel sondern auch über
tiefgefrorene Enten ausgebreitet haben könnte. In der Zeitung heißt es:
Vogelgrippe kann auch durch tiefgefrorene Enten oder Gänse übertragen werden. Das
schließt zumindest der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der mecklenburgischen
Insel Riems, Thomas Mettenleiter, nicht aus: "Zwar haben wir im Moment keine Hinweise darauf, dass
Nutzgeflügel in Deutschland mit H5N1 infiziert ist", sagte er am Donnerstag [27.12.2007] dem
Tagesspiegel, "aber hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, weil der Erreger bei Enten und
Gänsen nicht wie bei Hühnern schnell zum Tod führt und deshalb unentdeckt bleiben
könnte."
Mettenleiter reagierte damit auf Vermutungen, wonach die 3 aktuellen Vogelgrippefälle in
Brandenburg möglicherweise durch tiefgefrorene Enten verursacht wurden. Das glaubt jedenfalls der
Amtstierarzt des Landkreises Ostprignitz- Ruppin, Matthias Rott, der die Untersuchungen im jüngsten
Vogelgrippefall koordiniert. "Da alle 3 in den vergangenen 2 Wochen aufgetretenen Fälle
private Tierhalter im Berliner Umland betrafen, spricht vieles für eine Übertragung des Virus
auf diesem Weg", sagte er. Rott kann sich gut vorstellen, dass eine Charge mit dem Virus H5N1 infizierter
tiefgefrorener Enten über eine Handelseinrichtung in die Märkte der Region gelangte. "Die
Hühnerhalter haben Abfälle der Ente nach dem Auftauen auf den Kompost geworfen, so dass die
Hühner damit in Kontakt kamen", sagte Rott.
Für die Menschen besteht beim Verzehr einer infizierten Ente kaum Gefahr, wenn das Geflügel gut
durchgebraten wird. "Der Erreger stirbt bei 70 Grad", sagte Mettenleiter. Niemand sollte aber Innereien
oder Abfälle an Tiere verfüttern oder achtlos wegwerfen.
[mehr]
[25.01.2006:
Infos zum hygienischen Umgang mit Geflügelfleisch] (BfR)
Tödlicher Schnupfen-Virus
16.11.2007 (bse-p/cdc). Die amerikanische Gesundheitsbehörde
CDC warnte jetzt vor dem Auftreten einer gefährlichen Variante eines Schnupfen- Virus.
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R a t :
Ein Schnupfen gehört für die meisten Menschen zur kalten Jahreszeit. Bei heftigen Symptomen und
rapider Verschlechterung sollte man unbedingt ärztliche Hilfe suchen. |
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Das Virus gehört zur Familie der Adeno-Viren. Zwar sei derzeit noch keine Epidemie zu
befürchten, es sei aber wichtig von diesem Virus zu wissen, heißt es. In den USA sind bereits
mindestens 7 Menschen an den Folgen dieser Virus-Infektion gestorben.
[mehr]
H5N1-Vogelgrippe breitet sich aus
7.9.2007 (bse-p/dpa). Erneut wurde in Bayern das gefährliche Vogelgrippe-Virus
H5N1 bei Nutzgeflügel nachgewiesen. Betroffen sind
diesmal 2 Entenmastbetriebe im Landkreis Schwandorf in der Oberpfalz (östlich von Nürnberg).
Nach Angaben des bayerischen Verbraucherschutzministeriums wurde der Erreger zuerst in mehreren
tiefgefrorenen Enten entdeckt.
Auch Rachenabstriche bei den Tieren der beiden Betriebe hätten Hinweise auf die Geflügelpest
erbracht. In den 2 Mastbetrieben wurden bei den Tieren mehr als 3300 Proben genommen und untersucht.
Einige dieser Tiere hatten Antikörper von H5N1 in sich. Nach Angaben der Behörden ist bei
infizierten Enten im Unterschied zu Hühnern nur ein schwaches Krankheitsbild zu erkennen.
Eine Keulung des Bestandes ist daher unumgänglich, um eine Übertragung des Virus auf
andere Betriebe auszuschließen, sagte Sprecher Roland Eichhorn. In den nächsten Tagen
sollen deswegen 205.000 Enten auf den Höfen in Bruck und Nittenau getötet werden.
Die betroffenen Betriebe in Bruck und Nittenau sind nach Angaben der Behörden Tochterunternehmen des
Mastbetriebes im mittelfränkischen Wachenroth, wo bereits vor 2 Wochen die Vogelgrippe festgestellt
wurde. Nach den bisherigen Erkenntnissen ist aus den beiden Betrieben möglicherweise die
Vogelgrippe nach Wachenroth gelangt. Beim Betrieb in Bruck sollen etwa 180.000 Enten getötet
werden, in Nittenau rund 25.000 Tiere. Es ist die bislang größte Vernichtungsaktion von
Nutzgeflügel in Deutschland.
[mehr]
[14.02.2006:
Vogelgrippe in Deutschland angekommen] (BSE-Page)
Fragen über Fragen
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24.11.2003 (khd).
Auch 20 Jahre nach dem Beginn der
Krise durch den Rinderwahnsinn
(BSE) sind wichtige Fragen zu Prion- Krankheiten wie
Scrapie,
BSE und
CJD bzw.
nvCJD
wissenschaftlich nach wie vor nicht abschließend geklärt. Dazu gehören
beispielsweise:
Welche Aufgabe haben normale Prionen?

Wie entstand BSE tatsächlich?
Wird BSE allein mit dem Tiermehl- Verbot ausgemerzt werden können?
Spielen evtl. zusätzliche Faktoren eine Rolle? Welche sind das?
Wie haben sich deutsche Rinder mit BSE infizieren können?
Welche Prionen- Konzentration
im Essen ist für den Menschen tatsächlich gefährlich?
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Die CJD-Vermutung
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12.11.2004 (khd/sci).
Die aktuellen Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe um
John Collinge (Imperial College London),
die gestern im
Science Express publiziert wurden, werfen nun sehr grundsätzliche Fragen zur
Unterscheidung der verschiedenen Formen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
(klassische CJD versus nvCJD) auf. Bereits die Ergebnisse
des Teams um den italienischen Neurologen Salvatore Monaco wiesen daraufhin, daß
auch die seltene Erkrankung des Menschen an der sporadischen Form der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) durch den
Verzehr von BSE-infizierten Rindfleisch- Produkten ausgelöst sein könnte.
[mehr]
Zwar äußern sich die Wissenschaftler derzeit noch sehr zurückhaltend, aber
es könnte bedeuten, daß es (etwas) BSE schon immer
gab. Und einige Menschen mit dem VV-Genotyp des Gens für die Produktion des normalen
Prion- Proteins infizierten sich schon immer mit BSE. Sie
erkrankten entweder garnicht oder erst sehr viele Jahre später an CJD (etwa 1 Fall
auf 1 Million Menschen), was dann bislang als sporadische CJD gedeutet wurde.
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Die CJD-Vermutung
Neuere Forschungsergebnisse lassen nun vermuten
Stand: 11. November 2004
Quelle: khd/bse-p auf der Basis von:
,
,
. |
Genotyp 1) |
Anteil in der Bevöl- kerung 2) |
Anfällig für CJD |
Eine BSE-Infektion führt... 3) |
Anm. |
| MV |
50 % |
wenig |
fast nie zu
CJD |
|
| VV |
14 % |
möglich |
manchmal nach vielen Jahren zu
CJD |
4) |
| MM |
36 % |
stark |
nach wenigen Jahren zu
nvCJD |
5) |
1) Prion-Gen hat Infos für die Aminosäuren M = Methionin bzw. V = Valin.
2) Festgestellt in Großbritannien.
3) Beispielsweise durch den Verzehr BSE-infizierten Rindfleisches.
4) D. h.: Auch die sporadische CJD könnte durch
BSE ausgelöst worden sein.
5) Alle bisherigen 146 britischen BSE-Opfer
waren vom MM-Genotyp!
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Die Folgen dieser Erkenntnis:
Es könnte schon immer (etwas) BSE gegeben haben.
Blutspenden sind mit einem erheblichen Risiko behaftet.
Ein aussagekräftiger Bluttest wird immer dringender.
Demenz-Erkrankungen müssen wesentlich sorgfältiger diagnostiziert werden.
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Literatur:
[11.11.2004:
Human Prion Protein with Valine 129 Prevents Expression of Variant CJD Phenotype]
(WADSWORTH, JONATHAN D. F. et al.)
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Alle älteren News findet man im
Archiv:
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Und falls Sie auf dieser Seite via Suchmaschine gelandet sind und Ihre Stichworte
nicht mehr finden, schauen Sie doch mal in die kürzlich
erschienen Artikel. |
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Kritische Homepages
Der BSE News- und Research- Server (sehr gut!).
E-Mail:
Steve Dealler (Burnley, UK).
Neueres ist zu finden bei:
PrionData.
Mad Cow Disease Home Page (USA).
Hier findet man sehr umfangreiche Informationen zu vielen Aspekten der
BSE/CJD- Problematik, insbesondere eine laufend aktualisierte
Übersicht aller aktuellen Meldungen, die dort archiviert
werden (in Englisch).
BSE-Page des IAO (Torsten Brinch, Dänemark).
IAO ist der Independent Agrochemical Observer.
Homepage von Dr. Kari Köster-Lösche (Tierärztin).
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