Die aktuelle Information:

BSE-Testalter heraufgesetzt
12.2.2010 (bse-p). Der Bundesrat hat heute einer Verordnung zur Heraufsetzung des BSE-Testalters auf 48
Monate zugestimmt. Deutschland gehört zu den EU- Ländern, die angesichts gesunkener
BSE-Fälle ihr BSE- Überwachungsprogramm
überarbeiten und lockern dürfen. In Osteuropa bleibt vorerst die Testpflicht für Rinder ab
30 Monaten bestehen.
Damit wird auch in Deutschland die Zahl der BSE-Tests deutlich zurückgehen. 2009 wurden von Januar
bis November insgesamt rund 1,2 Mrd. Tests an Rindern durchgeführt. In den letzten beiden Jahren
waren in Deutschland nur noch je 2 BSE-Fälle festgestellt worden, 2007 waren es noch 4
Fälle.
Neue Prionen-Hypothese
30.1.2010 (khd/nzz). Schon lange rätseln Forscher darüber, was das gesunde Prion-Protein für eine Funktion im Körper haben könnte. Das Team um
Adriano Aguzzi (Uni Zürich) könnte jetzt das Rätsel gelöst haben. Nach ihrer
Hypothese ist das Prion-Protein unerläßlich für die Aufrechterhaltung der
Myelin-Hülle der peripheren Nerven. Sie belegen das durch Tierexperimente an Mäusen, die keine
Prionen bilden können. Publiziert haben sie ihre Ergebnisse in den Online- Publikationen von
Nature Neuroscience vom 24. Januar 2010.
Bekannt ist, daß die Myelin-Hülle bei der Informationsübertragung durch fortgeleitete
Aktionspotentiale (Nervenpotentiale) eine wesentliche Rolle spielt. Und es wäre daher plausibel,
wenn die Myelin-Hülle durch das Fehlen von Prionen abgebaut werden sollte, es zu neurologischen
Ausfällen kommen kann.
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Scrapie in Neuseeland
30.10.2009 (bse-p). Neuseeland gilt seit etwa 50 Jahren als frei von Scrapie, der
TSE-Erkrankung bei
Schafen und Ziegen. Gestern berichtet der New Zealand Herald von einem merkwürdigen Scrapie- Fall,
der bereits im Sommer erkannt worden war.
In Belgien wurde bei einem Schafshirn eines älteren Tieres aus Neuseeland eine atypische Form der
Prion- Erkrankung Scrapie festgestellt. Offensichtlich
handele es sich um einen Einzelfall (a scientific curiosity), der keinen Einfluß auf
den Handel mit Lammfleisch aus Neuseeland haben dürfte, schätzt die neuseeländische
Lebensmittel-Behörde die Lage ein.
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Schweinegrippe ist nicht zu stoppen
13.7.2009 (khd/d-radio/dw/who).
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat heute in Genf festgestellt, daß die Schweinegrippe
(Mexiko-Grippe) nicht zu stoppen sei. Sie ist die 1. große Epidemie (Pandemie) des 21.
Jahrhunderts. Deshalb wies die WHO die Pharma-Industrie an, jetzt mit Hochdruck an der Entwicklung eines
Pandemie- Impfstoffes zu arbeiten. Angestellte im Gesundheitswesen sollten als erste geimpft werden.
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Die WHO schätzt die Zahl der Ansteckungen bereits auf etwa 1 Million. Gemeldete und bestätigte
Fälle der neuen Grippe sind aber bis zum 13. Juli nur rund 110.000 Fälle mit rund
500 Toten weltweit. Das bedeutet, daß die Schweinegrippe etwa 5-mal tödlicher als die
normale saisonale Influenza (Virusgrippe) ist.
Bislang ist in den meisten Fällen der Krankheitsverlauf sehr moderat gewesen, da sich die
Schweinegrippe gut mit dem Antivirenmittel Tamiflu behandeln läßt. Es wurden aber auch bereits Resistenzen
gegenüber Tamiflu beobachtet, die offensichtlich auf Punktmutationen des Virus beruhen. In
Europa ist Großbritannien besonders stark von der neuen Grippe betroffen (um 10.000 Fälle). In
Deutschland sind fast 700 Grippe-Fälle erkannt worden, bislang noch keine Toten.
Die WHO hat die Länder aufgefordert, ausreichend Impfstoff für ihre Bevölkerungen zu
bestellen. Während Frankreich (bisher rund 300 Fälle) bereits für die gesamte
Bevölkerung Impfdosen bestellt hat, will Deutschland nur für knapp 1/3 der Menschen Impfstoff
einkaufen. Das könnte sich im kommenden Winter noch rächen, denn der Pandemie- Impfstoff
dürfte dann knapp werden, da er weltweit benötigt werden wird. In den USA (bislang rund 40.000
Fälle) soll bereits im Oktober mit Massen- Impfungen begonnen werden.
[Aktuellste Grafik]
Deutschland voll erwischt
BERLIN 24.7.2009 (bse-p/d-radio). Seit Mitte Juli ist hierzulande die Zahl der Erkrankungen
an der neuen Influenza stark angestiegen. So wurden heute bereits bundesweit fast 3.000 Fälle
erreicht, die meistens sehr milde abliefen. In Europa ist Deutschland damit nach Großbritannien
(rund 11.000 Fälle) das am zweitstärksten betroffene Land.
Deutschland sei aber sehr gut gerüstet, beruhigt das Bundesgesundheitsministerium.
Für 30 % der Bevölkerung seien antivirale Medikamente eingelagert und außerdem seien 50
Mio. Impfportionen bestellt worden. Der neue Impfstoff werde bereits Ende September [Ed: rechtzeitig zur
Bundestagswahl] für Massenimpfungen zur Verfügung stehen, heißt es aus dem Hause Ulla
Schmidt [Ed: die derzeit im Spanien-Urlaub ihren gepanzerten Dienstwagen samt Chauffeur nutzte, offensichtlich um sich von einer
dort besonders drohenden Schweinegrippe- Infektion abschirmen zu können...].
Prof. Hacker vom Robert-Koch-Institut (RKI) erwartet für die
nächste Zeit eine Zunahmerate von 400 600 Fälle pro Tag. Somit könnte bereits
Anfang August die 10.000er-Marke überschritten werden. Der starke Anstieg wird auf den Flugtourismus
zurückgeführt. Viele deutsche Urlauber haben sich die Schweinegrippe in Spanien
eingefangen und sie hierzulande nach ihrer Rückkehr weiterverbreitet.
[Schweinegrippe in Deutschland]
[Aktuellste Grafik]
Mehr zu diesem Thema:
[05.07.2009:
Neues von der Schweinegrippe] (BSE-Page)
[08.07.2009:
Wie gefährlich wird die Schweinegrippe?] (BERLINER MORGENPOST)
Schweinegrippe in Mexiko ausgebrochen
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22.4.2009 (bse-p/who/cnn). In Mexiko grassiert seit dem Winter die Schweinegrippe. Von ihr könnte
jetzt eine größere Gefahr für den Menschen ausgehen, als von der H5N1- Vogelgrippe. Die WHO hat
inzwischen in Mexiko eine neu entstandene Variante des Virus-Typs A/H1N1 festgestellt. Dieses Virus ist
leicht von Schweinen auf den Menschen sowie offensichtlich auch von Mensch zu Mensch übertragbar. Es
sieht aber so aus, daß bei einer Infektion durch das neue Virus H1N1-Mexico der Neuraminidase-
Hemmer Tamiflu helfen kann.
In Mexiko sind bereits mehr als 50 Menschen an der neuen Influenza-Form gestorben und einige Hundert erkrankt. Mexiko hatte im März nicht
erkannt, daß man es mit einer neuen Variante der Influenza zu tun hatte. Es wird nun eine weitere
Ausbreitung befürchtet. Allerdings muß das nicht mehr in diesem Frühjahr erfolgen, da
jetzt auf der Nordhalbkugel die Außentemperaturen steigen, was den Viren nicht so gut bekommt.
Die Weltgesundheits-Organisation WHO beobachtet die Entwicklung sehr genau, denn das neue Virus vom Typ
A/H1N1-Mexico hat das Zeug, eine Pandemie zu starten. In Mexiko wurde unterdessen eine
Impfaktion begonnen, um die drohende Epidemie in den Griff zu bekommen. In den nächsten 7 Tagen wird
sich entscheiden, ob es dennoch zu einer weltweiten Ausbreitung dieser gefährlichen
Influenza (Grippe) kommen wird.
[Aktuelles]
Mehr zu diesem Thema:
[00.00.2004:
Links zu Virus-Gefahren] (khd-research)
[14.01.2009:
Jagdsaison für Grippeviren] (DER TAGESSPIEGEL)
[23.02.2009:
Universal-Grippeimpfung rückt näher] (SPIEGEL ONLINE)
[25.04.2009:
Neues von der Schweinegrippe] (BSE-Page)
WHO ruft bereits Pandemie-Warnstufe 5 aus
GENF 29.4.2009 21.30 GMT (khd/who/apa/d-radio). Heute am späten Abend hat die
Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf die
Pandemie-Warnstufe 5 ausgerufen, da bereits in einer Region 2 Ländern (Mexiko und Texas/USA) von der
neuartigen Influenza-Epidemie betroffen sind und eine Pandemie (weltweiter Ausbruch) nicht nur unmittelbar bevorsteht, sondern kaum noch
vermeidbar ist. Die weltweite Ausbreitung des mutierten Schweinegrippe- Virus H1N1-Mexico könnte
unmittelbar bevorstehen,
sagte die WHO-Generaldirektorin Margaret Chan in Genf auf einer eilig einberufenen
Pressekonferenz. Die höchste Warnstufe 6 bedeutet, daß eine
Pandemie mit einer weltweiten
Übertragungsgefahr herrscht.
[mehr]
H1N1-Mexico fehlen todbringende Genabschnitte
ATLANTA 2.5.2009 (khd/dw/d-radio). Die Mexikanische Grippe (Schweinegrippe) hat sich dank
Flugverkehr global weiter ausgebreitet. Bislang sind um 500 Menschen in 15 Ländern auf bereits 4
Kontinenten (Afrika fehlt noch) mit dem neuen Influenza-Virus H1N1-Mexico infiziert worden. Der
Krankheitsverlauf war fast überall milder als befürchtet, was aber an einer rechtzeitigen
Einnahme von Tamiflu liegen mag. Denn dieses Medikament verhindert die Vermehrung der Viren im
Körper. Dennoch sind US-Experten der CDC in Atlanta der Meinung, daß das Virus nicht so
virulent sei, wie das todbringenden H1N1-Virus, welches 1918 die
Spanische Grippe mit
Zigmillionen Toten auslöste.
[mehr]
WHO warnt vor 2. Grippe-Welle
GENF/STOCKHOLM 5.5.2009 (khd/ag). In Mexiko flaut die Schweinegrippe ab. Die
H1N1-Influenza hatte dort zwischen dem 23. und 28. April ihren Höhepunkt erreicht. Ein Grund
für eine Pandemie-Entwarnung sei dies aber noch nicht. Die WHO-Chefin Chan hat gestern vor
einer zweiten, heftigeren Welle der Schweinegrippe gewarnt. Der derzeitige scheinbare Rückgang der
Sterblichkeitsrate bedeute nicht, daß diese angesichts möglicher Virus-Mutationen wieder
steigen könne. Wir hoffen zwar, daß das Virus sich totläuft, sagte Chan. Doch
könne eine 2. Schweinegrippe-Welle jederzeit mit aller Macht zuschlagen auch im
Sommer.
[mehr]
Grippe-Fälle nehmen stark zu
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BERLIN/GENF 11.5.2009 (khd/who). In den beiden letzten Tage ist die Gesamtzahl der neuen
Grippe-Fälle stark angestiegen. Wir nähern uns bereits der 5000-Marke. Vor allem in Mexiko und
in den USA hat sich die Zahl Grippekranker nahezu verdoppelt. Aus 29 Ländern wurden bislang
Infektionen gemeldet. Und eigentlich sind damit die Bedingungen für die Ausrufung der Pandemie-
Warnstufe 6 längst erfüllt. Angesichts des bislang eher milden Verlaufs dieser Grippe-
Infektionen scheut sich offensichtlich die WHO, die höchste Warnstufe tatsächlich auszurufen,
zumal es bereits Lieferengpässe beim Tamiflu gibt und dann auch sofort mit einer
Impfstoff-Produktion allerorten begonnen werden müßte.
[Kekulé-Kommentar]
[mehr]
[Aktuelles]
Zur 700. Ausgabe der BSE-Page
22.4.2009 (bse-p/khd).
Es sind gut 5 Jahre vergangen, daß hier ein rundes Erscheinen der
BSE-Page mit einem
Artikel zur 500. Ausgabe gewürdigt wurde. Nun sind wir
bei der Edition Nr. 700 angelangt. Und es ist vielleicht ein Zeichen der fortgeschrittenen Zeit,
daß diese Ausgabe kein Artikel zu BSE einleitet, sondern die aktuell drohende Gefahr einer Grippe- Pandemie im Vordergrund steht.
Wir wissen heute nach über 20 Jahren der BSE-Bedrohung, daß eine BSE-Erkrankung beim
Menschen (nvCJD) zwar immer tödlich verläuft, aber
weltweit doch bislang sehr selten aufgetreten ist, mal von Großbritannien abgesehen. Es ist
vollkommen klar, Killer-Viren wie ein mutierter Vogelgrippe- oder ein Schweinegrippe- Virus sind sehr
viel gefährlicher für das Leben vieler Menschen auf der Erde. Deshalb wurde bereits in den
letzten Jahren auch viel über die Vogelgrippe
informiert.
Noch ist der Kampf gegen BSE nicht gewonnen, auch wenn es
manche Wissenschafts-
Journalisten gibt, die das
angesichts des starken Rückgangs von BSE-Rindern in der Presse postulieren. Da muß aber noch
so einges passieren, bis wir wirklich BSE besiegt! jubeln können. Zwar ist in den
letzten Jahren sehr viel erforscht worden, aber das Wissen um BSE, Prionen & Co. ist noch immer sehr
unvollständig. So ist noch immer kein praktikabler und verläßlicher BSE-Bluttest gefunden
worden, mit dem man auch Fleisch untersuchen könnte. Auch gibt es ja womöglich noch das
Langzeitrisiko beim Auftreten von nvCJD. Immerhin konnte 2008 mit einer Analyse der BSE-Page etwas Licht
ins Dunkel der hierzulande nicht erkannten
BSE-Fälle gebracht werden. Die davon ausgehende Gefahr sei äußerst gering, wurde
festgestellt.
In nun über 193 Monaten sind mehr als 540 eigene Artikel erschienen, die (fast) alle
archiviert sind. Auf
43 Seiten sind außerdem wichtige Artikel Dritter
sowie andere Infos dokumentiert und mit weiterführenden Links sowie HTML- Anker versehen worden, so
daß diese u. a. in der Chronik der BSE-
Krise auf Dauer zitierfähig bleiben. Zeitungsverleger lieben es ja, öfter mal die Pfade
zu Artikel zu ändern oder Artikel verschwinden zu lassen, wodurch dann die Belege perdu wären.
Viele andere Spezial- Seiten zu verschiedenen Themen wie
BSE- FAQ und
CJD sind alle in der
Site- Map aufgeführt. Der Umfang aller zur
BSE- Page gehörenden Dateien beträgt jetzt rund 14 MByte, immerhin eine
Verdreifachung gegenüber der 500. Ausgabe von Anfang 2004.
Auch in der Zukunft soll hin und wieder über BSE & Co. auf der BSE- Page berichtet
werden aber nur dann, wenn es als wichtig erscheint. Denn so manche Fragen der Prion- Krankheiten
sind noch immer nicht wissenschaftlich geklärt.
Mehr zu diesem Thema:
[16.02.1997:
Die 16. Ausgabe der »BSE-Page«]
[15.01.2004:
Zur 500. Ausgabe der »BSE-Page«] (BSE-Page)
[09.09.2007:
Die 666. Ausgabe der »BSE-Page«]
[22.04.2009:
Die 700. Ausgabe der »BSE-Page«]
Noch ein BSE-Bluttest
31.1.2009 (bse-p/ag). Es vergeht kaum noch ein Jahr, in dem Forscher vermelden, sie hätten eine
neue Möglichkeit herausgefunden, BSE schon frühzeitig am lebenden Tier festzustellen. Aber der
Weg solcher Testverfahren vom Labor bis in die Praxis ist sehr lang und voller Tücken im Detail.
Gestern teilten in New York kanadische Forscher mit, ihnen sei die Entwicklung eines Bluttests gelungen,
mit dem sich der gefürchtete Rinderwahnsinn künftig möglicherweise schon Monate vor
Ausbruch der Krankheit feststellen läßt.
Das wäre ein großer Durchbruch, weil wir dann nicht mehr das Gehirn des toten Tieres
untersuchen müßten, sondern einen einfachen Schnelltest haben ähnlich wie bei
einem Vaterschaftstest, sagte der deutsche Molekularbiologe Christoph Sensen von der
Universität in Calgary gestern. Allerdings werde es noch etwa 4 Jahre dauern, bis das
Verfahren auch ausreichend an Rindern getestet sei. In dem von Sensen geleiteten Projekt wurden bisher
vor allem infizierte und nicht-infizierte nordamerikanische Rothirsche (Wapitis) untersucht, weil sich
bei ihnen Prion-Krankheiten schneller entwickeln.
Mehr zu diesem Thema:
[17.12.2000:
Neuer BSE-Test] (BILD AM SONNTAG)
[29.11.2001:
Göttinger Forscher entwickeln Lebendtest] (SPIEGEL ONLINE)
[09.10.2002:
BSE-Bluttest in Sicht] (BSE-Page)
[00.11.2002:
BSE-Testverfahren] (Übersicht)
[12.07.2005:
BSE-Bluttest erprobt] (BSE-Page)
[29.08.2005:
Noch ein BSE-Bluttest] (BSE-Page)
[12.07.2006:
Prionen-Frühnachweis im Blut gelungen] (BSE-Page)
[15.09.2006:
Göttinger BSE-Bluttest funktioniert] (BSE-Page)
BGH hebt Freisprüche auf
15.1.2009 (bse-p/bgh). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat gestern die im Juni 2008 ergangenen
Freisprüche im BSE-Tierfettverfahren (bse-page berichtete) aufgehoben. Der BGH hob das Urteil des Landgerichts Trier (Az: 1031 Js
60224/02.5 KLs) wegen Lücken und Widersprüchen in der Beweiswürdigung auf (Az: 2 StR
516/08).
Demnächst müssen sich der Chef und Alleingesellschafter der Betriebsgesellschaft für
Tierkörperbeseitigung Rivenich und 2 seiner Angestellten erneut wg. Betrugs vor Gericht
verantworten. Sie hatten BSE-Risikomaterial zu Tierfett verarbeitet und anschließend
weiterverkauft.
[mehr]
Mehr zu diesem Thema:
[03.06.2008:
Freisprüche im Trierer BSE-Betrugsprozess] (YAHOO-NEWS)
Prionen wichtig fürs Riechen?
24.12.2008 (bse-p/nno). Prionen verursachen nicht nur
Rinderwahn (BSE), Scrapie bei Schafen und beim Menschen eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
(nvCJD). Die Eiweiße sind offenbar auch für die
Geruchswahrnehmung wichtig. Das haben jetzt Forscher aus den USA und der Schweiz entdeckt. Sie haben
normale Wildtypmäuse mit Mäusen verglichen, bei denen bestimmte Gene ausgeschaltet wurden, so
daß die Tiere in ihren Riechsystem keine Prione bilden (Knock-Out-Mäuse).
Mäuse beider Gruppen mußten in einem Test Kekse finden. Hier waren die Knock-Out-Mäuse
wesentlich langsamer als der Wildtyp: In einem Test brauchten die normalen Mäuse im Mittel etwa 73
Sekunden zum Finden der Leckerei, die Knock-Out-Mäuse hingegen 233 Sekunden. Die Forscher folgern
daraus, daß bei den Knock-Out-Mäusen der Geruchssinn durch das Fehlen von Prionen
eingeschränkt ist.
[mehr]
Prionen befallen auch Fettgewebe
6.12.2008 (bse-p/ag). Entgegen bisheriger Erkenntnisse befallen die Erreger schwammartiger
Gehirnkrankheiten wie BSE und Scrapie nicht nur Hirn und Rückenmark, sondern auch das Fettgewebe.
Das haben US-Forscher jetzt bei Labormäusen beobachtet.
Bislang waren Wissenchaftler davon ausgegangen, daß Prionen hauptsächlich Nervengewebe wie
Gehirn oder Rückenmark befallen. Nun scheint bewiesen, daß zumindest Scrapie-Erreger auch
Fettgewebe befallen können. Es bedarf noch weiterer Untersuchungen, ob das auch für BSE-Prionen
bei Rindern so ist.
[mehr]
Künstliches Prion könnte BSE erklären
30.10.2008 (bse-p/yahoo). Wissenschaftler aus Zürich und München haben erstmals ein Prion sowie
das Verankerungsmolekül GPI (Glycosylphosphatidylinositole) künstlich hergestellt. Erste Tests
zeigten, daß die Forscher das richtige Molekül erschaffen haben, denn das Kunstprion und sein
GPI können sich an Zellmembranen verankern.
Mit Hilfe des künstlichen Molekülkomplexes können Prionenforscher die Rolle des GPI-Ankers
nun genauer untersuchen. Es wird vermutet, daß diesem Anker-Molekül bei der Entstehung von
BSE- oder CJD-Erkrankungen eine entscheidende Rolle zukommt.
[mehr]
BSE kann auch genetisch ausgelöst werden
15.9.2008 (bse-p/scid). Rinderwahnsinn BSE kann auch durch einen genetischen Defekt ausgelöst
werden. Das haben jetzt Forscher von der Kansas State University herausgefunden. Auch wenn dieses
selten geschehe, bedeute es doch, daß BSE überall auf der Welt auftreten könne, sagen die
Wissenschaftler. [mehr]
BSE-Dunkelziffer aufgehellt
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29.2.2008 (bse-p). Die Zahl der BSE-Fälle hat in Deutschland in den letzten Jahren
ständig abgenommen. Im letzten Jahr wurden nur
noch insgesamt 4 Fälle festgestellt und in diesem Jahr bislang nur einer. Und damit ist de facto
auch bewiesen, wie sinnvoll die Einführung des totalen Verfütterungsverbots von aus
Tiermehlen hergestelltem ‚Kraftfutter‘ war.
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Die Abnahme der BSE-Fälle in Deutschland seit 2001 (rote Kurve) mit Gauß-Fit zur
Rückrechnung.
(Grafik: 2.2008 khd) |
Seit Dezember 2000 wurden insgesamt 410 Rinder positiv auf BSE getestet. Wieviel BSE-Rinder davor
unerkannt auf deutschen Tellern landeten, wissen wir nicht. Aber wir können das nun
nachträglich ganz gut abschätzen. Der Verlauf der Abnahme der BSE- Fälle (rote Kurve)
legt nahe, daß es sich um ein exponentielles Abklingen handelt, vermutlich sogar nach der
Gaußschen Glockenkurve.
Die auf der Basis der vorhandenen Daten ermittelte Kurvenanpassung (Gauß-Fit = schwarze
Kurve) zeigt, daß diese sehr gut paßt. Nun ist die Gaußsche Glockenkurve symmetrisch,
so daß sich aus den Werten vor 2001 (gelbe Fläche) die Dunkelziffer der BSE-Fälle etwas
aufhellen läßt. In der Zeit vor Ende 2000 wären danach 551 BSE-Fälle anzunehmen,
abzüglich der aus dieser Zeit 13 bekannten Fälle ergeben sich somit 538 BSE-Fälle
weniger als 2004 vermutet. Auch sind das sehr
deutlich weniger unentdeckte BSE-Fälle als in Großbritannien. Dort wird angenommen, daß
rund 1 Million BSE-Rinder verspeist worden sind.
[01.06.2004:
nvCJD-Risiko in Deutschland] (BSE-PAGE)
Fragen über Fragen
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24.11.2003 (khd).
Auch 20 Jahre nach dem Beginn der
Krise durch den Rinderwahnsinn
(BSE) sind wichtige Fragen zu Prion- Krankheiten wie
Scrapie,
BSE und
CJD bzw.
nvCJD
wissenschaftlich nach wie vor nicht abschließend geklärt. Dazu gehören
beispielsweise:
Welche Aufgabe haben normale Prionen?

Wie entstand BSE tatsächlich?
Wird BSE allein mit dem Tiermehl- Verbot ausgemerzt werden können?
Spielen evtl. zusätzliche Faktoren eine Rolle? Welche sind das?
Wie haben sich deutsche Rinder mit BSE infizieren können?
Welche Prionen- Konzentration
im Essen ist für den Menschen tatsächlich gefährlich?
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Die CJD-Vermutung
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12.11.2004 (khd/sci).
Die aktuellen Forschungsergebnisse der Arbeitsgruppe um
John Collinge (Imperial College London),
die gestern im
Science Express publiziert wurden, werfen nun sehr grundsätzliche Fragen zur
Unterscheidung der verschiedenen Formen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
(klassische CJD versus nvCJD) auf. Bereits die Ergebnisse
des Teams um den italienischen Neurologen Salvatore Monaco wiesen daraufhin, daß
auch die seltene Erkrankung des Menschen an der sporadischen Form der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) durch den
Verzehr von BSE-infizierten Rindfleisch- Produkten ausgelöst sein könnte.
[mehr]
Zwar äußern sich die Wissenschaftler derzeit noch sehr zurückhaltend, aber
es könnte bedeuten, daß es (etwas) BSE schon immer
gab. Und einige Menschen mit dem VV-Genotyp des Gens für die Produktion des normalen
Prion- Proteins infizierten sich schon immer mit BSE. Sie
erkrankten entweder garnicht oder erst sehr viele Jahre später an CJD (etwa 1 Fall
auf 1 Million Menschen), was dann bislang als sporadische CJD gedeutet wurde.
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Die CJD-Vermutung
Neuere Forschungsergebnisse lassen nun vermuten
Stand: 11. November 2004
Quelle: khd/bse-p auf der Basis von:
,
,
. |
Genotyp 1) |
Anteil in der Bevöl- kerung 2) |
Anfällig für CJD |
Eine BSE-Infektion führt... 3) |
Anm. |
| MV |
50 % |
wenig |
fast nie zu
CJD |
|
| VV |
14 % |
möglich |
manchmal nach vielen Jahren zu
CJD |
4) |
| MM |
36 % |
stark |
nach wenigen Jahren zu
nvCJD |
5) |
1) Prion-Gen hat Infos für die Aminosäuren M = Methionin bzw. V = Valin.
2) Festgestellt in Großbritannien.
3) Beispielsweise durch den Verzehr BSE-infizierten Rindfleisches.
4) D. h.: Auch die sporadische CJD könnte durch
BSE ausgelöst worden sein.
5) Alle bisherigen 146 britischen BSE-Opfer
waren vom MM-Genotyp!
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Die Folgen dieser Erkenntnis:
Es könnte schon immer (etwas) BSE gegeben haben.
Blutspenden sind mit einem erheblichen Risiko behaftet.
Ein aussagekräftiger Bluttest wird immer dringender.
Demenz-Erkrankungen müssen wesentlich sorgfältiger diagnostiziert werden.
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Literatur:
[11.11.2004:
Human Prion Protein with Valine 129 Prevents Expression of Variant CJD Phenotype]
(WADSWORTH, JONATHAN D. F. et al.)
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Alle älteren News findet man im
Archiv:
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Und falls Sie auf dieser Seite via Suchmaschine gelandet sind und Ihre Stichworte
nicht mehr finden, schauen Sie doch mal in die kürzlich
erschienen Artikel. |
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Kritische Homepages
Der BSE News- und Research- Server (sehr gut!).
E-Mail:
Steve Dealler (Burnley, UK).
Neueres ist zu finden bei:
PrionData.
Mad Cow Disease Home Page (USA).
Hier findet man sehr umfangreiche Informationen zu vielen Aspekten der
BSE/CJD- Problematik, insbesondere eine laufend aktualisierte
Übersicht aller aktuellen Meldungen, die dort archiviert
werden (in Englisch).
BSE-Page des IAO (Torsten Brinch, Dänemark).
IAO ist der Independent Agrochemical Observer.
Homepage von Dr. Kari Köster-Lösche (Tierärztin).
[ Archiv zu dieser BSE-Page ]
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