Noch ein BSE-Bluttest
31.1.2009 (bse-p/dpa). Es vergeht kaum noch ein Jahr, in dem Forscher vermelden, sie hätten eine
neue Möglichkeit herausgefunden, BSE schon frühzeitig am lebenden Tier festzustellen. Aber der
Weg solcher Testverfahren vom Labor bis in die Praxis ist sehr lang und voller Tücken im Detail.
Gestern teilten in New York kanadische Forscher mit, ihnen sei die Entwicklung eines Bluttests gelungen,
mit dem sich der gefürchtete Rinderwahnsinn künftig möglicherweise schon Monate vor
Ausbruch der Krankheit feststellen läßt.
Das wäre ein großer Durchbruch, weil wir dann nicht mehr das Gehirn des toten Tieres
untersuchen müßten, sondern einen einfachen Schnelltest haben ähnlich wie bei
einem Vaterschaftstest, sagte der deutsche Molekularbiologe Christoph Sensen von der
Universität in Calgary gestern der dpa. Allerdings werde es noch etwa 4 Jahre dauern, bis das
Verfahren auch ausreichend an Rindern getestet sei. In dem von Sensen geleiteten Projekt wurden bisher
vor allem infizierte und nicht-infizierte nordamerikanische Rothirsche (Wapitis) untersucht, weil sich
bei ihnen Prion-Krankheiten schneller entwickeln.
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Mehr zu diesem Thema:
[17.12.2000:
Neuer BSE-Test] (BILD AM SONNTAG)
[29.11.2001:
Göttinger Forscher entwickeln Lebendtest] (SPIEGEL ONLINE)
[09.10.2002:
BSE-Bluttest in Sicht] (BSE-Page)
[00.11.2002:
BSE-Testverfahren] (Übersicht)
[12.07.2005:
BSE-Bluttest erprobt] (BSE-Page)
[29.08.2005:
Noch ein BSE-Bluttest] (BSE-Page)
[12.07.2006:
Prionen-Frühnachweis im Blut gelungen] (BSE-Page)
[15.09.2006:
Göttinger BSE-Bluttest funktioniert] (BSE-Page)
BGH hebt Freisprüche auf
15.1.2009 (bse-p/bgh). Der Bundesgerichtshof (BGH) hat gestern die im Juni 2008 ergangenen
Freisprüche im BSE-Tierfettverfahren (bse-page berichtete) aufgehoben. Der BGH hob das Urteil des Landgerichts Trier (Az: 1031 Js
60224/02.5 KLs) wegen Lücken und Widersprüchen in der Beweiswürdigung auf (Az: 2 StR
516/08).
Demnächst müssen sich der Chef und Alleingesellschafter der Betriebsgesellschaft für
Tierkörperbeseitigung Rivenich und 2 seiner Angestellten erneut wg. Betrugs vor Gericht
verantworten. Sie hatten BSE-Risikomaterial zu Tierfett verarbeitet und anschließend
weiterverkauft.
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Mehr zu diesem Thema:
[03.06.2008:
Freisprüche im Trierer BSE-Betrugsprozess] (DDP)
Prionen wichtig fürs Riechen?
24.12.2008 (bse-p/nno). Prionen verursachen nicht nur
Rinderwahn (BSE), Scrapie bei Schafen und beim Menschen eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
(nvCJD). Die Eiweiße sind offenbar auch für die
Geruchswahrnehmung wichtig. Das haben jetzt Forscher aus den USA und der Schweiz entdeckt. Sie haben
normale Wildtypmäuse mit Mäusen verglichen, bei denen bestimmte Gene ausgeschaltet wurden, so
daß die Tiere in ihren Riechsystem keine Prione bilden (Knock-Out-Mäuse).
Mäuse beider Gruppen mußten in einem Test Kekse finden. Hier waren die Knock-Out-Mäuse
wesentlich langsamer als der Wildtyp: In einem Test brauchten die normalen Mäuse im Mittel etwa 73
Sekunden zum Finden der Leckerei, die Knock-Out-Mäuse hingegen 233 Sekunden. Die Forscher folgern
daraus, daß bei den Knock-Out-Mäusen der Geruchssinn durch das Fehlen von Prionen
eingeschränkt ist.
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Prionen befallen auch Fettgewebe
6.12.2008 (bse-p/dpa). Entgegen bisheriger Erkenntnisse befallen die Erreger schwammartiger
Gehirnkrankheiten wie BSE und Scrapie nicht nur Hirn und Rückenmark, sondern auch das Fettgewebe.
Das haben US-Forscher jetzt bei Labormäusen beobachtet.
Bislang waren Wissenchaftler davon ausgegangen, daß Prionen hauptsächlich Nervengewebe wie
Gehirn oder Rückenmark befallen. Nun scheint bewiesen, daß zumindest Scrapie-Erreger auch
Fettgewebe befallen können. Es bedarf noch weiterer Untersuchungen, ob das auch für BSE-Prionen
bei Rindern so ist.
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Künstliches Prion könnte BSE erklären
30.10.2008 (bse-p/ddp). Wissenschaftler aus Zürich und München haben erstmals ein Prion sowie
das Verankerungsmolekül GPI (Glycosylphosphatidylinositole) künstlich hergestellt. Erste Tests
zeigten, daß die Forscher das richtige Molekül erschaffen haben, denn das Kunstprion und sein
GPI können sich an Zellmembranen verankern.
Mit Hilfe des künstlichen Molekülkomplexes können Prionenforscher die Rolle des GPI-Ankers
nun genauer untersuchen. Es wird vermutet, daß diesem Anker-Molekül bei der Entstehung von
BSE- oder CJD-Erkrankungen eine entscheidende Rolle zukommt.
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BSE kann auch genetisch ausgelöst werden
15.9.2008 (bse-p/scid). Rinderwahnsinn BSE kann auch durch einen genetischen Defekt ausgelöst
werden. Das haben jetzt Forscher von der Kansas State University herausgefunden. Auch wenn dieses
selten geschehe, bedeute es doch, daß BSE überall auf der Welt auftreten könne, sagen die
Wissenschaftler. [mehr]
BSE-Test für lebende Rinder
9.9.2008 (bse-p/dpa). Rinderwahnsinn BSE und die Creutzfeldt-Jakob- Krankheit (CJD) lassen sich möglicherweise bald durch einen Urin-Test nachweisen.
Internationale Forscher um Martin Groschup vom Friedrich-Loeffler- Institut auf der Ostseeinsel Riems
entdeckten im Urin von gesunden und an BSE erkrankten Rindern unterschiedliche Eiweiße.
Das Eiweißprofil könne eine BSE-Infektion und sogar den Zeitpunkt der Ansteckung
anzeigen, schreiben die Wissenschaftler im Journal Proteome Science. Es könne auch
möglich werden, auf dieser Basis einen Test für die tödliche CJD
des Menschen zu entwickeln. Der Test würde die Krankheit erkennen und von anderen Demenzen
unterscheiden.
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Tote durch Gammel-Fleisch
28.8.2008 (bse-p/afp). In Kanada zeigte sich jetzt, wie gefährlich vergammeltes Fleisch werden kann.
Dort haben sich mindestens 26 Menschen durch den Verzehr von abgepacktem Fleisch vergiftet. Fleisch der
Firma Maple Leaf war bakteriell verseucht (Listeria monocytogenes) in den Handel gelangt.
Inzwischen sind bereits 12 Tote zu beklagen. Mit weiteren Toten muß gerechnet werden.
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Der Prionen-Fehlfaltung auf der Spur
8.8.2008 (bse-p). Auslöser von Prion- Erkrankungen wie der Creutzfeldt-Jakob- Krankheit (CJD),
Rinderwahn (BSE) und Scrapie sind fehlgefaltete Proteine. Unklar ist bis heute, warum sie fehlfalten.
Ausschlaggebend für die Krankheitsentstehung scheinen die ersten Schritte der Faltung und der Beginn
der Aggregation von Proteinen, die so genannte Oligomerisierung, zu sein.
An der Bochumer Ruhr-Universität konnten jetzt Forscher um Klaus Gerwert und Detlev Riesner diese
erste Faltungsphase von CJD- Prionen in natürlicher Umgebung studieren. Unstrukturierte Teile des
Proteins werden so gefaltet, daß sich ein anderes Prion- Protein leicht anlagern kann, was
womöglich der Beginn der krankheitsauslösenden Strukturierung sei, stellten sie fest. Über
die Ergebnisse berichten die Forscher in dem Artikel Structural changes of membrane-anchored native
PrP C in der aktuellen Online- Ausgabe der Proceedings der National Academie of Science
(PNAS).
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[Abbildung im Internet]
Neue nvCJD-Welle in Großbritannien befürchtet
4.8.2008 (bse-p). In Großbritannien haben die Fälle des menschlichem BSE
(nvCJD) in den letzten Jahren stetig abgenommen. In diesem
Jahr ist bislang nur 1 Fall aufgetreten, im Jahr 2000 wurden noch 28 Fälle der tödlichen
Krankheit beobachtet. Insgesamt sind in Großbritannien bisher 164 Menschen durch nvCJD getötet
worden.
Alle diese BSE-Opfer waren mit Prion-Genen vom MM-Typ ausgestattet je ein M-Gen von jedem
Elternteil. Von dieser Kombination ist inzwischen bekannt, daß nach einer Prion-Infizierung nvCJD
recht schnell ausbrechen kann (siehe auch "Die CJD-Vermutung"). Britische Forscher befürchten nun, daß Menschen mit
Prion-Genen vom VV- und MV-Typ, die sich in den zurückliegenden Jahren mit BSE-Prionen infiziert
haben, in den nächsten 2030 Jahren an CJD erkranken werden. Sie rechnen mit etwa 250 weiteren
Fällen.
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Scrapie-Prionen überleben im Boden
2.8.2008 (bse-p). Die Frage, ob die Erreger der Schafseuche Scrapie (infektiöse Prionen)
im Boden überleben, ist offensichtlich von
Wissenschaftlern des Fraunhofer- Instituts für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie
(IME) beantwortet. Sie fanden in einer Studie
heraus, daß Scrapie-Prionen im Weideboden jahrelang überleben können.
Über derart belastete Weiden können sich Schafe anstecken. Ob die ähnlichen BSE- und
CWD-Prionen genauso widerstandsfähig sind, ist aber noch nicht geklärt.
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